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Die Sehnsüchte des Werwolfs
Dein neues Album trägt den Untertitel "12 Songs of Desire". Die Liebe, die nicht erhört wird, ist ja einer der Archetypen der Popmusik. Klingt die Musik deshalb teils so ... äh ... ursprünglich?
E: Ja, ich wollte verschiedene Zugänge zum Thema des Begehrens
auf jeweils musikalisch dazu passende Weisen abdecken. Daher
klingt manches wie eine Garagenband, die einen alten Blues spielt –
je nachdem, was der Song verlangt. Es ist wie bei Dr. Jekyll und
Mr. Hyde: In seiner hässlichsten und reinsten Form wird das Begehren zu Wollust, und da kommt Mr. Hyde zum Vorschein, der Werwolf, wenn du so willst. Dann wird es ein bisschen rockiger. Aber es gibt auch eine zarte Seite.
Ein anderer pop - archetypischer Aspekt dieser Platte ist, dass einige Zeilen, die einen im Song anspringen, auf Papier völlig banal wirken. Das ist wohl die Magie der Popmusik.
Das ist, was ich daran liebe. DeswegenDas ist, was ich daran liebe. Deswegen war es auch so viel schwerer für mich, ein Buch als einen Song zu schreiben. Wenn man Wörter mit Musik umgibt, kann man dadurch ihre Bedeutung verändern.
Viele Rock - Lyrics lesen sich wie die reinste Gymnasiastenpoesie. Es braucht einfach die Musik.
Hat deine Entscheidung, deine Autobiografie "Things The Grandchildren Should Know" im Kontext von Konzerten vorlesen zu lassen, etwas damit zu tun gehabt?
Alle wollten, dass ich bei Konzerten aus meinem Buch vorlese, aber es wäre mir peinlich gewesen, meine eigene Stimme so nackt zu hören. Also hab ich meinen Gitarristen The Chet vorlesen lassen. Unsere "An Evening With E" - Konzerte letztes Jahr sind eigentlich als eine Parodie dieser selbstverliebten Barbra - Streisand - Revuen gedacht gewesen. In manchen Ländern ist diese Ironie aber verloren gegangen, und die Leute haben gesagt: "Oh mein Gott, dieser Typ ist ja ein Egomane!"