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Die vierte Dimension
Bummbumm oder Bierbecher – es ist nicht lange her, da sah es ganz danach aus, als müssten sich Hans - Peter Lindstrøm und Prins Thomas zwischen diesen beiden Übeln entscheiden. Die Osloer Produzenten waren vor einigen Jahren die neuen Helden in der Cosmic Disco, jeder Großraumschuppen wollte sie hinter seinen Plattenspielern haben. Doch mit ihrem ausufernden Verständnis von Tanzmusik, das viel Kitsch und Untanzbares mit einschließt, sorgten sie oft für Irritationen – und für fliegende Bierbecher, wenn es kein schnurgerades Bummbumm auf die Ohren gab. Jetzt wird die Hipster - Polizei ihr zweites gemeinsames Album wohl nur mehr beiläufig durchwinken.
Dafür dürfen die beiden aber weiter ungestört an ihrer weltläufigen Version von Disco basteln und an Schlagzeug, Bass und Vintage - Synthesizern generaldilettieren: "Wenn du ein Instrument wirklich beherrschst, ist kein Biss mehr drin", erklärt Prins Thomas ihre Ideologie, lieber nicht zu Virtuosen zu werden. "In unserer Musik ist vielleicht sogar ein bisschen zu viel Biss drin. Das Schlagzeug ist nicht tight, es gibt total viele verstimmte Sachen. Aber wir nennen das vierdimensional. Wenn etwas verstimmt ist, fügt das eine weitere Dimension hinzu."
Die Kunst des Daddel - Disco - Jams
Bei der Produktion von "II" ließen die beiden einfach die Tür zwischen ihren benachbarten Studios auf und jammten drauflos. Eine Praxis, die bei der Produktion elektronischer Tanzmusik öfter zum Einsatz kommt, nur hört sich "II" auch bewusst danach an. Es rumpelt, fiept und daddelt in langsamen Schleicher - Rhythmen. Immer findet sich noch ein Trommelchen zum Draufklopfen, noch eine weitere schräg aus dem Plattenregal ragende Idee, die nur darauf wartet, entdeckt zu werden: Kraut - Rock und Song Contest, ABBA und die Exotik Skandinaviens. Lindstrøm & Prins Thomas kultivieren die Kunst des Daddel - Disco - Jams und zeigen immer neue Möglichkeiten der fröhlichen Dancefloor - Provokation auf. Und den fliegenden Bechern bieten sie stolz die Stirn.