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Mit Mozart im Dschungel
Bayreuth ist das deutsche Versailles. Das finden zumindest Phoenix. Die französischen Softrocker haben in der oberfränkischen Metropole das Video zu ihrer neuen Single "Lisztomania" gedreht. Und dass das Endergebnis auch diesmal passabel aussieht, war von einer Band mit einem Fuß in der Tür Hollywoods gar nicht anders zu erwarten. Ihre Single "Too Young" veredelte 2004 die Tanzszene des Kultstreifens "Lost In Translation". Und für das Historiendrama "Marie Antoinette" musizierten Phoenix zwei Jahre später im Barock - Outfit im Schloss Versailles. Beide Streifen entstanden unter der Regie von Sofia Coppola, Tochter des großen Francis Ford sowie Freundin von Phoenix - Sänger Thomas Mars. Ihr Bruder Roman Coppola inszenierte die Videos zu den Phoenix - Singles "Everything Is Everything" und "Long Distance Call".
beeindruckender Stammbaum
Fast schon eine Überraschung, dass bei "Lisztomania" mal kein Coppola, dafür aber ein Mann mit ähnlich beeindruckendem Stammbaum Regie führte. "Wir erhielten eine E - Mail von Antoine Amadeus Wagner, dem Ururururenkel von Franz Liszt und dem Urururenkel Richard Wagners", erzählt Thomas Mars. "Er hatte von unserem Albumtitel und dem Song "Lisztomania" gehört und meinte, er würde unsere Musik mögen und Musikvideos machen. Er bot uns an, in Wagners Festspielhaus und im Liszt - Museum in Bayreuth zu drehen. Er filmt mit einer 8 - mm - Kamera, was wir immer schon mal ausprobieren wollten – wenn sich durch Zufall alles so gut ineinander fügt, kann man nicht nein sagen."
Ein bisschen gewundert hat sich der Phoenix - Frontmann dann aber doch über die Wagner - Sippe: "Es ist verrückt, wie wichtig Mozart in Bayreuth ist! Wenn ich an Wagner denke, denke ich an einen Egomanen, der die Musik neu erfinden und alle anderen Komponisten auslöschen wollte. Aber dann sind da seine Kinder und Enkel, die alle etwas von Mozart in ihren Namen tragen. Das muss das Schlimmste überhaupt für Wagner sein! (lacht) Antoine verschweigt seinen zweiten Namen Amadeus gern, weil es ihm peinlich ist. Sein Vater heißt übrigens Wolfgang ..." Im Nachhinein passt also auch der irritierende Namensmix von "Wolfgang Amadeus Phoenix". "Wir wollten ursprünglich nur ein wenig damit spielen, dass Mozart eine Ikone ist."