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Beat + Stimme = Hit?
Simian Mobile Disco setzt auf seinem zweiten Album auf prominente Unterstützung. Mit bescheidenem Erfolg.
Stellt man James Ford, einer Hälfte von Simian Mobile Disco, die Frage, ob er denn die Mix - CD kenne, die der norwegische Disco - König Lindstrøm vor ein paar Jahren für die Serie "Late Night Tales" zusammengestellt hat, kann dieser nur lachen: "Natürlich, weiß ich, warum das gerade jetzt kommen muss ..." Auf besagter Mix - CD von Herrn Lindstrøm bedindet sich mit "Born To Synthesize" nämlich ein Track des langgedienten, in jüngeren Popkreisen dann dennoch eher obskuren Universalmusikanten Todd Rundgren, den Simian Mobile Disco nun prominent für die zweite Vorabsingle ihres demnächst erscheinenden neuen Albums "Temporary Pleasure" wiederverwertet haben. "Wir sind schon lange Fans von Todd, und dieser Song schreit einfach danach, gesamplet zu werden, weswegen wir das Sample auch relativ unverändert eingesetzt haben."
Dominante Samples, nicht unberühmte Freunde
Es scheint als würden Simian Mobile Disco, die – wir erinnern uns – vor ein paar Jahren aus der Indie-Band Simian hervorgegangen sind, den schönen Beats, dem ganzen Gerumpel und dem triefenden Synthie-Kitsch, den sie höchstselbst an vorwiegend analogem Gerätepark im eigenen Studio zusammenklöppeln, nicht so recht über den Weg trauen. Wenn sich nämlich auf "Temporary Pleasure" dominante Samples nicht gleich ganze Stücke einverleiben, dann wird fast durchgehend auf stimmliche Unterstützung von nicht unberühmten Freunden aus dem weiten Feld zwischen Indie und Elektronik gesetzt. So haben da etwa Beth Ditto, Funk - Soul - Brother Jamie Lidell, Alexis Taylor von Hot Chip oder die New Yorker Ghost - Hopper Telepathe den etwas saftlos vor sich hin pluckernden Tracks immerhin ein wenig Leben einhauchen können. Das Ergebnis sind drei, vier Hits, die tatsächlich nur von den Stimmen leben und viel okaye Dämmwolle. "Temporary Pleasure"? Naja, da kann man Simian Mobile Disco wirklich nicht wider-
sprechen.