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Moll, nicht Dur
Zoot Woman, das waren diejenigen, die sich 2001 mit ihrem Debüt "Living In A Magazine" die Ästhetik der 1980er - Jahre zu Nutze machten, um Pop in seiner reinsten Form wiederzubeleben, nicht nur was Songstrukturen, sondern auch das Optische anbelangte – der Albumtitel war Programm. Stücke wie der Titelsong, "It’s Automatic" oder "Information First" waren gleichermaßen sehnsüchtig wie verführerisch, State of the Art und irgendwie ja doch retro. Stuart Price (Bass, Keyboards, Produktion), Johnny Blake (Gesang, Gitarre) und sein Bruder Adam (Schlagzeug, Keyboards) waren Zu - spät - Geborene, die ihrer Zeit voraus waren. Dass sie von einigen Seiten flugs einem Strohfeuer namens Electro-Clash zugeordnet wurden, war ein einziges Missverständnis:
Zoot Woman sind kultivierter, raffinierter und keineswegs Radaubrüder.
Als 2003 das zweite Album, das selbst betitelte, das Licht der Welt erblickte, stand Stuart Price bereits der Queen of Pop, richtig: Madonna, zu Diensten: vom Tour - Keyboarder über den musikalischen Direktor bis hin zum (Co - )Produzenten ihres Albums "Confessions On A Dance Floor". Aufträge für Kaliber wie Seal oder zuletzt The Killers sollten die Folge sein; dass dabei wenig bis gar keine Zeit für seine Band bleiben würde, war klar. Nachdem "Things Are What They Used To Be" schon vor einem Jahr erscheinen hätte sollen, ist es nun, nach sechs Jahren Pause, so weit: Der dritte Longplayer aus dem Hause Zoot Woman wartet darauf, unter die Leute gebracht zu werden. Es ist ein gutes, nein, sehr gutes Album, das abermals Pop unter Zuhilfenahme von einschlägigen Erfahrungen im Club bietet, dunkler, gleichsam persönlicher als zuletzt.
Eure neue Platte heißt "Things Are What They Used To Be". Ist wirklich alles so wie früher?
Johnny Blake: Der Titel kommt ja von einem der Songs. Der kam zustande, als alles auf der kreativen Ebene ineinanderzugreifen begann. Er hat unsere Arbeit gut zusammengefasst: Es hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen, den Punkt zu erreichen, an dem "die Dinge so waren wie früher". Es ist also eher ein psychologischer Titel denn ein Albumkonzept.