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Friedensfilmpreis von Osnabr�ck an "Kurz davor ist es passiert"
Der von der Wiener Amour Fou Filmproduktion produzierte Film, der sich mit dem Thema Frauenhandel auseinandersetzt, l�uft derzeit in �sterreichs Kinos: in Wien im De France und in Linz ab kommenden Freitag im Moviemento-Kino.
Die Jurybegr�ndung:
Die Jury des Unabh�ngigen Filmfestes Osnabr�ck vergibt den Friedensfilmpreis der Stadt Osnabr�ck an den Film Kurz davor ist es passiert� von Anja Salomonowitz.
Die Regisseurin und Autorin Anja Salomonowitz erz�hlt in f�nf Episoden eindringlich von vielf�ltigen Formen der Gewalt gegen Frauen mit Migrationshintergrund. Sie spannt einen Bogen von Zwangsprostitution, �ber moderne Sklaverei bis hin zur Gewalt in der Ehe. Daf�r verl�sst sie den Boden des konventionellen Dokumentarfilms und findet einen radikal neuen filmischen Ansatz.
In einer Art Brecht'schen Verfremdung konfrontiert sie den Zuschauer mit den Tatsachenberichten der Opfer. Kongenial tauscht sie die erwarteten Charaktere gegen Darsteller aus dem Umfeld der Opfer aus � sei es ein kleinb�rgerliches Zuhause, ein Konsulat oder ein Bordell. Die vermeintlich neue Heimat �sterreich gerinnt zu einem unwirtlichen, kalten Ort, Symbol f�r Ausgrenzung und Ausbeutung. Mit dieser ungewohnten Art der Darstellung gelingt es Anja Salomonowitz, voyeuristische Ans�tze von vorneherein zu unterlaufen und dennoch ganz dicht bei den Opfern zu bleiben.
Durch die gleichzeitige Herstellung von Distanz und N�he zwingt der Film zu einem permanenten Reflexionsprozess und erm�glicht eine Sensibilisierung f�r Gewaltakte, die t�glich vor unserer Haust�r geschehen. Dazu z�hlen nicht nur die physischen �bergriffe sondern auch die unermessliche Einsamkeit der Frauen in diesem Exil � wie Anja Salomonowitz deutlich hervorhebt.
Die Kreisbewegung, die der Film beschreibt, beginnt an der Staats- und Wohlstandsgrenze, die Menschen zu Waren reduziert und endet wieder dort. Grenzen, so legt Anja Salomonowitz nahe, die �berwunden werden m�ssen.
�Kurz davor ist es passiert� verbindet wie kein anderer Film die Kriterien der Sektion �Vorsicht Frieden!� des Wettbewerbs: �sthetische Qualit�t und soziales Engagement.
Der mit 5.000 Euro dotierte Friedensfilmpreis der Stadt Osnabr�ck wird von der VR-Stiftung der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Norddeutschland gestiftet.
�ber das Unabh�ngige Filmfest Osnabr�ck:
Das Unabh�ngige Filmfest Osnabr�ck ist das Forum f�r engagiertes Kino. Leitgedanke des Filmfestes ist die F�rderung der Toleranz in der Gesellschaft und zwischen den Nationen. Toleranz kann sich nur durch Kennen(-lernen), Verstehen und durch die kritische Auseinandersetzung mit eigenen und "fremden" Lebens- und Sichtweisen entwickeln.
Im Zeichen zunehmender Aufl�sung klassischer Themenfelder der Politik erh�lt die politisch-�sthetische Auseinandersetzung mit Fragen der Globalisierung und der Neuordnung der Machtsph�ren, der Migration und des Menschenhandels, aber auch der Ver�nderung innergesellschaftlicher Konflikt- und Verelendungsbereiche zunehmende Bedeutung. Hier erf�hrt neben den klassischen meinungsbildenden Kommunikationsstrukturen verst�rkt der informelle (und oft auch nicht-normative) Informationsaustausch an Bedeutung, das Erkunden der Ver�nderungen der Wirklichkeit in der emotionalen Intensit�t der Geschichten und Dokumentationen des Kinos.