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Feist: Dressed for Success

Leslie Feist: �Irgendwie sind mein Leben und meine Arbeit Fotokopien von Fotokopien von Fotokopien von den Leben und der Arbeit meiner Freunde.�

Nach dem hierzulande nur schwer erh�ltlichen �Monarch (Lay Down Your Jeweled Head)� und dem sehr erfolgreichen �Let It Die� ist das am 20. April erscheinende Album �The Reminder� (Polydor / Universal) das dritte der kanadischen Musikerin.
Kann sich noch jemand an 2004 erinnern? Das war das Jahr von Franz Ferdinand, der x-ten R�ckkehr von richtiger Rockmusik und der Beginn exzessiven Fallenlassens von Gang-of-Four-Verweisen im Speziellen und Postpunk-Referenzen im Allgemeinen. Au�erdem war da noch �Let It Die�, dieses wunderbare kleine Album von Leslie Feist, die als K�nstlerin nur unter ihrem Familiennamen firmiert und �ber weit verzweigte Beziehungen in der kanadischen Musikwelt verf�gt: als Teil des Indie-�ber-Kollektivs Broken Social Scene, Freundin der Genre sprengenden Entertainer Gonzales und Mocky, Tourbegleiterin bei der Elektronik gewordenen Latex- und Libido-Show von Peaches.
Das zart gehauchte Pop-Schmuckst�ck �Let It Die� wusste mit br�chigen Liebesliedern und angedeuteten Disco-Weichsp�lern Gro�m�tter ebenso wie hart gesottene Punkrocker weich zu klopfen und verkaufte sich �berraschend gut. So wurde die Platte in Kanada mit Platin ausgezeichnet, in Frankreich immerhin mit Gold.
Dieser Tage wird �The Reminder�, das neue, �beraus gelungene Album von Feist die L�den erreichen, aufgenommen wurde es mit wesentlich gr��erem Aufwand und mit ebensolchem soll es nun auch unters Volk gebracht werden. Nach mehrfacher Interviewverschiebung � der Terminkalender ist voll, Videos m�ssen gedreht werden � gelingt die Kontaktaufnahme schlie�lich �bers Handy. Leslie Feist ist im Auto unterwegs � irgendwo in Berlin. Eine gro�e Promotiontour ist angesagt, eben erst hat man die Musikerin aus Toronto eingeflogen, wo in den letzten Tagen flei�ig an den Clips zur aktuellen Single �My Moon My Man� und zum Song �1234� gebastelt worden ist. Unter der Regie von Patrick Daughters, der unter anderem schon f�r Videos zu �Mushaboom�, dem Hit von �Let It Die�, zu �Gold Lion� von den Yeah Yeah Yeahs oder, aktueller, zu �Phantom Limb� von den Shins verantwortlich zeichnete, versprechen die Clips wieder kleine Leckerbissen zu werden, komplett mit T�nzern, Pipapo und � das die Videos verbindende Element � Feist selbst.
Das kann man jedenfalls von der h�rbar gut gelaunten, redseligen Musikerin in Erfahrung bringen. Die oftmals gering gesch�tzten M�hlen des Musikgesch�fts l�sst sie geduldig mahlen, routiniert und doch glaubhaft an den Fragen ihres Gespr�chspartners interessiert gibt sie Auskunft �ber den Entstehungsprozess ihres neuen Albums, und kennt dabei scheinbar keinen Jetlag.
Ein Haufen guter Freunde
�Wir haben uns zwei Wochen lang in diesem wundersch�nen Anwesen bei Paris eingemietet, um dort das Album aufzunehmen. Es war beinahe wie im Ferienlager. Wir haben dort geschlafen, gegessen, gewohnt. Das war mir sehr wichtig nach dem langen Touren. Produziert haben Gonzales und Renaud Letang, der auch schon beim letzten Album Hand angelegt hat. Dann habe ich noch meine Band aus Kanada eingeladen und �berdies waren auch Mocky und Jamie Lidell mit dabei. Mocky hat die unterschiedlichsten Dinge beigetragen und auf einigen Songs Bass, Drums oder Keyboards gespielt. Jamie war mehr so etwas wie ein inoffizieller Soundbeaufragter, er hat sich immer die Aufnahmen angeh�rt und dann seinen Senf dazugegeben � das war wirklich sehr hilfreich.�
Was beim Durchh�ren von �The Reminder� sofort auff�llt, ist die im Vergleich zu �Let It Die� wesentlich ausgelassenere Grundstimmung. Da l�sst sich die Atmosph�re von einem Haufen guter Freunde auf Sommerurlaub exzellent nachh�ren. Die karge Instrumentierung hat einer beachtlichen Opulenz und einem Detailreichtum Platz gemacht, der die Platte als kleine Wundert�te voller niedlicher Ideen pr�sentiert. Die altbekannten, selten von mehr als Gitarre und Stimme getragenen Balladen, oder die an Bossa nova angelehnten St�cke wechseln sich munter mit Songs ab, die neben dem herk�mmlichen Bandinstrumentarium mitunter ein kleines Orchester auffahren � so kommen zum Beispiel Farfisa-Orgeln, ein Vibrafon oder beschwingte Bl�ser zum Einsatz.
Hier wird aus dem Vollen gesch�pft: �Nat�rlich klingt die Platte im Ganzen viel fr�hlicher, aber das liegt wohl haupts�chlich an der Vielzahl von Instrumenten, die wir verwendet haben. Entscheidend ist, dass dieses Mal die Herangehensweise eine ganz andere war als bei �Let It Die�. Damals haben Gonzales und ich die Musik auf eine sehr reduzierte Art und Weise geschrieben und aufgenommen. Mit meiner Band habe ich dann versucht, diesen Sound live umzusetzen. Dieses Mal war ein Gro�teil der St�cke schon konzerterprobt, f�r die Platte wollte ich dieses Live-Gef�hl dann einfangen.�