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US-Autorenstreik: Werber bleiben Sendern treu
Auch die Übertragung der Oscar-Verleihung ist nach wie vor ungewiss. Dennoch scheinen die Werbetreibenden ihre Aufträge aufrecht zu erhalten und haben zum Großteil bereits ihre Verträge für das zweite Quartal 2008 verlängert. Ausschlaggebend dafür dürften die weiterhin relativ stabilen Einschaltquoten zur Primetime sein. Hinzu kommt, dass die meisten Werbekunden derzeit keine passende Alternative zum TV sehen.
"Mit dem Autorenstreik wäre zu erwarten gewesen, dass die Werber ihre Möglichkeiten nutzen, Verträge zu beenden", sagt Michael Parent, Vice President National Broadcast bei der Agentur TargetCast TCM. Weil aber der Markt so umkämpft und die Inflation so hoch seien, habe niemand wirklich davon Gebrauch gemacht. Der kommende Monat Februar wird allerdings erst wirklich zeigen, wie stark die Nerven der Werbetreibenden sind. Sollte der Streik weitergehen und die Sender keine interessanten neuen Programme vorstellen, könnte die Geduld der Werbewirtschaft schon bald ein Ende finden. Üblicherweise präsentieren die Fernsehanstalten im Februar neue Projekte, weil in dem Monat auch die Werbepreise für viele lokale TV-Gesellschaften fixiert werden.
Dieses Jahr allerdings haben sie kaum noch neue Folgen von ihren populären Serien in der Hinterhand.Noch sind die Auswirkungen auf die Quoten im Rahmen, da die Monate Dezember und Januar ohnehin immer etwas schwächer ausfallen. Noch sind auch die Werbekunden vorsichtig optimistisch. Für Februar und März erwarten die Branchenkenner aber spürbare Veränderungen, sollten die Drehbuchautoren weiter streiken. Die TV-Sender hierzulande werden so schnell nicht betroffen sein. "Es sind keine Auswirkungen bemerkbar und wenn, könnte das nur in der Einkaufspolitik der Fernsehstationen liegen, die im Regelfall bereits bestehende Formate erstehen", meint Werner Müller, Geschäftsführer des österreichischen Fachverbands der Audiovisions- und Filmindustrie. Eine Bedeutung des Streiks für die heimische Branche sieht Müller aber schon. "Bei zukünftigen Diskussionen beispielsweise zur Novellierung des Urheberrechtsgesetzes wird die Frage der Beteiligung der Filmschaffenden an den so genannten Verwertungsstufen überall verstärkt ein Thema sein." Da es bis dato keinen Mangel an US-Inhalten im deutschsprachigen TV gibt, ist aus Müllers Sicht diesbezüglich auch keine Stärkung für heimische Produktionen zu erwarten.
In den USA reichten die vorproduzierten Folgen bis Mitte Januar, nun aber gehen den Sendern nach und nach die Inhalte aus. Trotzdem bleibt das TV-Publikum und mit ihm die Werbewirtschaft vorerst noch am Ball. Letztere vor allem deshalb, weil die Alternativen fehlen, das Internet zum Beispiel noch nicht reif genug ist, das Fernsehen abzulösen, meinen Experten. Ein Teil werde zwar auf Kabelkanäle oder regionale Stationen abwandern, die große Mehrheit der Werbeargumente bliebe aber immer noch bei den TV-Sendernetzen. Der Rundfunk hat einen ganz besonderen Stellenwert im Werbemix, auf den die Auftraggeber nicht ohne Weiteres verzichten können.