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Es gibt was zu feiern!
Vor einigen Tagen erreichte folgende Pressemeldung des Major-Labels Sony BMG die Redaktion: „Das Phänomen Andrea Berg hat eine Dimension erreicht, die es in der österreichischen Musikgeschichte noch nie gab. Ihr legendäres ‚Best Of’-Album hält sich mittlerweile unglaubliche 300 Wochen in den österreichischen Charts (fast 6 Jahre)! Sie stellt damit einen einsamen Rekord auf und lässt Popgrößen wie die Beatles oder Michael Jackson hinter sich.“ Als Rechte-Inhaber an den Falco-Materialien räumt Sony BMG derzeit ziemlich ab: Posthum steigt der Falke mit „Symphonic“ auf Platz 1 und mit „Hoch wie nie“ auf Platz 2 der offiziellen österreichischen Verkaufs-Charts, den Ö3 Top 40, ein. Dasselbe Bild bei den DVD-Charts. Einzig der Soundtrack von „Verdammt, wir leben noch“ hat es nicht unter die Top 75 geschafft, dafür finden sich die Re-Releases der Falco-Alben „Einzelhaft 25th Anniversary Edition“ auf Platz 34, „The Final Curtain“ auf Platz 51 und „Out Of The Dark“ auf 58 – noch ein paar Euros für die Kassen.
Das stimmt schon nachdenklich. „Also gebt dem Volk, was das Volk wünscht“, wusste man bereits im Römischen Reich. Im österreichischen Fall sind das wohl Schlagersängerinnen in kurzen Mini-Röcken mit Pamela-Anderson-Dekolletees und Refrains wie „Die Gefühle haben Schweigepflicht – was ich für Dich fühle zeig ich nicht –1000 mal hast Du mich berührt – und jetzt ist es passiert ...“ Abgesehen davon, dass Klaus Lage wahrscheinlich jede Plagiats-Klage gewinnen würde – 300 Wochen! 6 Jahre! Mehr als 160.000 verkaufte Alben! 4-fach Platin! Jede/r 50. ÖsterreicherIn besitzt ein Album von Andrea Berg. Warum also sollte ein Major-Label noch versuchen, junge österreichische KünstlerInnen aufzubauen? Geld und Zeit investieren und dabei auch noch das Risiko eingehen, dass die Rechnung am Ende doch nicht aufgeht? Schlager mit platten Texten und verwechselbarer Musik spülen Millionen in die Kassen, und zur Abwechslung gibt es Best-Of-, Remix- und Symphonic-Aufarbeitungen oder Wiederveröffentlichungen (selbstverständlich Digitally remastered!) zu Jubiläen toter Alt-Stars, deren Werke dann noch bis zum letzten Moll-Akkord ausgeschlachtet werden. Die Mehrheit will das doch hören, Leute.