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Post aus ... Berlin
Dann auf die Jannowitzbrücke, rein nach Kreuzberg. Über den Moritzplatz zum Kottbusser Tor. Am Landwehrkanal wusste ich wieder, warum ich so oft so gerne in Berlin wohne.
Nicht wegen des allgegenwärtigen Hypes von wegen hier musst du hin, hier wachsen die Chancen und Erfahrungen am Straßenrand, hier kannst du den Hedonismus zu jeder Tages- und Nachtzeit von den Bäumen pflücken, hier macht die Bar 25 niemals zu. Nein, deswegen sicher nicht. Das gibt es in irgendeiner Form überall.
Nein, ich lebe hier wegen dieser bestimmten Topografie von Geschichte. Meiner eigenen Geschichte wie auch der Geschichte und der Geschichten dieser meiner Stadt, die immer irgendwie eine Art Schnittstelle zwischen allem war. Und ist. Und wohl auch immer bleiben wird.
Essen: Goldener Hahn, Pücklerstraße 20, Kreuzberg
Nirgendwo auf der Welt kann man so gut zu Bonnie Prince Billy und Elliot Smith Pasta essen und zu Teenage Fanclub einen Americano trinken.
Ausgehen: Ritterbutzke, Ritterstraße 24, Kreuzberg
Wie das erste 103, oder das Rio. Eine Erinnerung, warum Berlin den Hype mal verdient hatte und doch mehr! Man fällt einfach aus der Zeit.
Einkaufen: Mr. Dead und Mrs Free, Bülowstraße 5, Schöneberg
Der beste Plattenladen der Welt. Punkt. In Zeiten vor dem Internet der Laden, der einen immer rettete, wenn man nach bestimmten Platten suchte. Und der wohl hauptverantwortlich für meine gesamte Musiksozialisation ist.
Robert Stadlober lebt in Berlin und Wien. Mit Bernhard Kern betreibt der Schauspieler und Musiker das Indie-Label Siluh Records (www.siluh.com).