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Post aus Stockholm
Für alle, die noch nie in Stockholm waren – das Zentrum gliedert sich in sechs Teile: Norrmalm, Östermalm, Södermalm, Gamla Stan, Vasastan und Kungsholmen. Über Brücken und mit Fähren kann man überall hinkommen. Stockholm ist ein ziemlich teures Pflaster, achtet also darauf, nicht mehr Geld auszugeben als das, was ihr auch ausgeben könnt. Am besten man verzichtet auf Taxis und Cocktails, andere Dinge kosten ungefähr dasselbe wie im Rest Europas.
Allen, die nur einen Tag in Stockholm verbringen können, würde ich Folgendes vorschlagen: Beginnt euren Tag mit dem kostenlosen Frühstück, das im Hotel angeboten wird. Das ist für gewöhnlich recht gut. Wenn euer Hotel kein Frühstück anbietet, empfehlen sich die zahlreichen Cafés der Stadt. Mein Lieblingsplatz zum Frühstücken ist die Konditorei Bakverket (Bondegatan 59) in Södermalm. Dort gibt es riesige Kanelbullar, Zimtschnecken, die auch perfekt zur nachmittäglichen Fika, der schwedischen Kaffeejause, passen.
Ein kleines Stück entfernt befindet sich Pet Sounds Records (Skånegatan 69), der beste Plattenladen Stockholms. An eurer Stelle würde ich dort einen Capuccino bestellen und das Angebot großartiger schwedischer Musik durchstöbern – zum Beispiel [Ingenting], Anna Järvinen, Dag för Dag oder Days. Auf der anderen Straßenseite ist die Pet Sounds Bar gelegen, wo man etwas später sein Abendessen, ein paar Drinks und gute Musik genießen kann.
Wenn euer Essensgeld eher knapp bemessen ist, empfehle ich ein großes Mittagessen. Unter der Woche bieten viele Lokale in der Zeit von 11 bis 15 Uhr das gleiche Essen, das es auch abends gibt, zum halben Preis an. Kaffe und ein Getränk sind da meist inbegriffen. Ein guter Platz zum Mittagessen wäre das Restaurant Gondolen in Slussen. Es ist eher luxuriös, bietet zur Mittagszeit aber durchaus vernünftige Preise und einen spektakulären Ausblick auf die Stadt. Restaurants haben üblicherweise ein umfangreiches Sortiment an Speisen.
Zumeist finden sich auch Dagens Rätt- oder Husman-Angebote, also günstige Tagesgerichte, in der Karte. Wenn ich besonders knapp bei Kasse bin, gehe ich ins Strömmingsvagnen (Södermalmstorg), das unterhalb des Gondolen gelegen ist. Dort serviert man ausgezeichneten gebratenen Hering mit Kartoffelbrei und Beilagen. Mmm …
Nach dem Mittagessen sollte man in Gamla Stan, der Altstadt, vorbeischauen. Ein kleines Stück vom Strömmingsvagnen entfernt liegt mein Lieblings-Coffee-Shop: Mazzarini (Kornhamnstorg 61). Ein ehemaliger Journalist betreibt diese kleine Kaffeebar und macht dort exzellenten – und billigen – italienischen Kaffee. Am besten man bestellt ihn zum Mitnehmen und schlendert ein wenig durch die schmalen Gassen der Altstadt. Wer zum Schloss hinaufspaziert, wird auf der Südseite ein Museum namens Livrustkammaren finden. Dort sind Geschmeide, Kutschen und Rüstungen der schwedischen Könige und Königinnen bis herauf in die Moderne ausgestellt. Man fühlt sich gleich wieder wie ein Kind …
Eine perfekte Kaffeepause kann man in der City Konditoriet (Adolf Fredriks Kyrkogata 10) genießen. Am allerliebsten bestelle ich dort einen schwarzen Kaffee und ein Dammsugare, eine Süßigkeit aus Marzipan. Versucht euch unter die alten Leute zu mischen, die diese Tradition am Leben erhalten.
Abendessen gibt’s schließlich im Pelikan (Blekingegatan 40), einem traditionellen schwedischen Bierlokal mit herzhaften Portionen klassischer Gerichte. Empfehlenswert sind Fleischbällchen mit Kartoffelpürree und Preiselbeeren oder man wagt sich an einen der anderen kulinarischen Schätze, die dort angeboten werden. Wenn das Essen in euren Bäuchen verdaut ist, bleibt gleich am Söder und geht ein paar Blocks weiter zum Boule 1 (Närkesgatan 6). Junge Leute verbringen dort gerne nachts ihre Zeit mit Boule, Tischtennis, Bier und guter Musik.