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Jüdische Punx und inspirierte Anarchos
"Subversive Zeiten – Die Crass Story" (Bosworth Music) nennt George Berger seine Geschichte der englischen Anarchisten Crass. Ein Band - Kollektiv, das es geschafft hat, außerhalb der Paramenter des Musikgeschäfts zu arbeiten, breit wahrgenommen zu werden (etwa von Parlament und Polizei) und die Verbindung von eigenem Leben, widerständiger Politik und gültiger Kunst nicht nur zu behaupten, sondern zu praktizieren. Inspirierend.
Genau wie "Die Heebie-Jeebies im CBGB’s – Die jüdischen Wurzeln des Punk" (Ventil Verlag) von Steven Lee Beeber, das sich wie ein Identitätspolitik-Thriller liest. Dass zahlreiche Hauptakteure des US-amerikanischen Punk jüdischer Herkunft sind, mag wenig erstaunen, was das aber im Detail heißt, offenbart Beeber in Kapiteln wie "Die Endlösung der Endlösung".
Der (vermeintliche) Widerspruch zwischen der Haltung des Punk, seine Identität in die eigene Hand zu nehmen, und der Verwurzelung in jüdischer Kultur wirft viele Fragen auf. Das Buch bietet darauf erstaunliche Antworten. Nach der Lektüre will man dem stumpfen Lager von Strache, Stadler & Co mit den Ramones befreit zurufen: "Lobotomy!"