|
|
||
Comme des Garçons bei H&M
Völlig neue Schnitte, Löcher, Risse und asymmetrische Teile sind typisch für den dekonstruktivistischen Stil von Rei Kawakubo. Hierbei wird in Anlehnung an Derridas Theorie der Dekonstruktion die Mode gleichzeitig einer Destruktion und einer neuen Konstruktion unterzogen. So entstehen aus den zerstörten Einzelteilen innovative Formen. Das Verfahren der Designerin ähnelt den Arbeiten von ebenfalls der Dekonstruktion zuzurechnenden Architekten wie Daniel Libeskind oder Zaha Hadid, die ihren Gebäuden wie dem jüdischen Museum in Berlin (Libeskind) noch nie da gewesene Formen verleihen.
Eine Kollektion für die Modekette H&M widerspricht eigentlich ihrer grundsätzlichen Ablehnung der Kommerzialisierung von Mode. Verlockend für Kawakubo war aber sicherlich der Verbreitungsgrad einer Mode, die gegen den Strich bürstet. Zudem hat die Designerin schon kommerzielle Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Marken wie Fred Perry oder Speedo gemacht. Für die H&M-Entwürfe setzte die Japanerin auffallend oft Punkte als Muster ein.
Auch farblich ist die Kollektion nicht so zurückhaltend wie sonst, denn meist setzt Kawakubo auf dunkle und verwaschene Farben, die eher düster wirken. Zusätzlich zur Mode wird bei H&M auch ein Unisex-Parfum erhältlich sein. Ein bisschen Mut gehört schon dazu, um Comme des Garçons zu tragen, wenn man die Teile aber richtig für den eigenen Typ auswählt und gut kombiniert, sorgen sie für einen extravaganten und interessanten Auftritt.