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A nice enough place
Portland hat einen ganz simplen Grundriss: Der Fluss und die Hauptstraße teilen die Stadt in Southeast, Southwest, Northeast und Northwest – so einfach ist das! Man kann sich also nicht verlaufen. Nehmen wir jetzt mal an, ich wäre zurück in Portland, tun wir so, als würde ich dort jemanden besuchen. Und ihr könnt mich auf meiner Reise begleiten ...
Tag #1: Southeast
Ich spaziere durch das Viertel, überall alte überwucherte Gärten und Häuser, die nicht sehr teuer aussehen, aber sehr teuer sind. Ich schlendere zum Clinton Street District und rufe meine Freundin Krystal an, um mit ihr bei Broder (2508 SE Clinton Street) zu frühstücken. Dort gibt es skandinavisches Essen, so wie man sich skandinavisches Essen vorstellt. Aber Krystal mag diese Art von "komplizierten Speisen" nicht, außerdem ist eigentlich schon Lunchtime. Also gehen wir in eine verrauchte Kneipe namens Reel M Inn (2430 SE Division Street).
Das gebratene Hünchen dort ist unglaublich und die Bar ist eine der seltenen alten Plätze aus der Zeit, als Portland noch eine Industriestadt war und nicht dieser moderne Yuppie-, Lifestyle- und Hipster - Himmel. Nach dem Lunch spielen wir eine Runde Scrabble. Mittlerweile ist es Nachmittag (Scrabble dauert oft ziemlich lange), ich rufe meine Freunde an und treffe mich mit ihnen in der Avalon Nickel Arcade (3451 SE Belmont Street). Danach geht’s zum Rollerskaten in den Oaks Park (7805 SE Oaks Park Way), einen altmodischen Amüsierpark am südlichen Ende der Stadt.
Tag #2: Northeast
Nach einem makrobiotischen Frühstück und Yoga mit Mirah gehe ich runter zum Hotdog-Stand in der Alberta Street. Der Shop heißt I Wanna Be Your Dog und ist quasi nur ein kleines Fenster zur Straße hinaus. Ich rufe Krystal an und fahre mit ihr in den Norden von Portland zum Overlook Restaurant (1332 N Skidmore Street). Während sie Waffeln und Schinkenspeck isst, spielen wir wieder eine Partie Scrabble. Krystal fährt mich nach Northwest, ein guter Ort für eine Happy Hour. Billige Drinks, günstiges Essen. Alte industrielle Lager- und Produktionsstätten wurden hier im Laufe der Zeit zu Eigentumswohnungen, Restaurants und Galerien umfunktioniert.
Meine Freundin Melissa, ihre Schwester Jenn und ich sitzen auf der Terasse des Blue Hour (250 NW 13th, at Davis). Wir bestellen ein paar Drinks und Fondue. Zehn Blocks weiter spielen wir "Final Fantasy" in der 80er-Videospiel-Halle Ground Kontrol (511 NW Couch Street). Zwischendurch ein Drink im Olea (1338 NW Hoyt). Danach torkeln wir zur Low Brow Lounge (1036 NW Hoyt), trinken billiges Bier und essen Tater Tots.
Tag #3: Northwest
Wir frühstücken im Besaws (2301 NW Savier Street). Dann geht’s zu Powell’s Bookstore (1005 W Burnside), das ist der größte unabhängige Buchladen, den ich kenne. Im Reading Frenzy (921 SW Oak Street) in Southwest findet man viele Kunstbücher und die Besitzerin Chloe ist total cool. Auf dem Weg von Powell’s zu Reading Frenzy komme ich an einem Haufen Fahrräder vorbei, die dort angekettet sind. Sie gehören den "Zoobombers", die ihre Räder jeden Mittwoch auf einen Hügel im Wahington Park (wo der Zoo ist) schleppen und danach wie eine wildgewordene Meute mit Karacho den Berg hinunterrasen.
Achja, eine Sache gibt’s, die diese drei Tage noch besser machen könnte, als sie sowieso schon sind: meine Freunde anzurufen und mit ihnen zum Fluss zu fahren ... Ihr seht schon: Ganz schön viel zu tun für so wenig Zeit!