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Oh nein, Philipp Plein!
Kaum ein Modemacher hat in der letzten Zeit so polarisiert wie der deutsche Jungdesigner Philipp Plein. Sein Konzept: Exklusive Teile für ein Klientel mit gut gefülltem Geldbörserl und eine modische Ästhetik, die es an nichts fehlen lässt – im Gegenteil, je mehr Muster, Strasssteine und sonstige teils an Kindermode erinnernde Applikationen auf den Stücken auftauchen, desto besser.
Plein kann man nur hassen oder lieben. Im Stile von Ed Hardy werden beim deutschen Label diverse Motive aus der Populärkultur kombiniert, die sofort die Assoziation von Kitsch hervorrufen. Nun ist die Frage, in welchem Kontext die aufdringliche Ästhetik des Modemachers entstanden ist. Handelt es sich hier um eine Absage an die klassischen Fashion-Legenden wie Coco Chanel oder Miuccia Prada und die auf dezenten Stil setzenden Linien des 20. Jahrhunderts, wo Mies van der Rohes „weniger ist mehr“ noch geschätzt wurde? Womöglich.
Pleins Mode ist sicherlich eine Gegenposition zum "guten", bürgerlichen Geschmack und stellt eine postmoderne Spielart der Kitsch-Auffassung dar. In der Praxis handelt es sich aber um einen geschickt gebastelten Hype rund um die Marke Philipp Plein. Jene, die gerne ihr finanzielles Kapital am Körper zur Schau stellen und dabei alle Blicke auf sich ziehen wollen, greifen gerne zu diesen Teilen.
Über einen ausdifferenzierten Geschmack im Sinne von Bourdieu verfügen jene Konsumenten aber leider nicht – höchstens über etwas narzisstische Ironie. Für Liebhaber kitschiger und überladener Designs mag diese Art der Mode aber durchaus ihren Reiz haben. In Österreich kommt das Label jedenfalls recht gut an.
Mitten in der Wiener Innenstadt wurde mit „Prominenten“ vor Kurzem ein Flagship-Store eröffnet, in dem man Pullis ab 1.000 Euro kaufen kann. Ein Ort, an dem Kurzlebigkeit und durch Eklektizismus entstandene Bedeutungslosigkeit ihren Höhepunkt finden.