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Das war springnine
Ein Highlight bot die schwedische Schamanin Karin Dreijer Anderson, die mit ihrem Projekt „Fever Ray“ bis jetzt nur Nordeuropa bespielt hatte. Eine Herausforderung war es, die visuellen Darbietungen die dort in Clubatmosphäre zu Gänsehaut führten, auf ein Open-Air-Festival zu transferieren. Aber die Kasematten mit ihren dicken mittelalterlichen Mauern, der zeitlich nach hinten verlegte Auftritt und Unmengen von weißem Nebel führten zu einer gelungenen Umsetzung der Show, die vor allem das Nicht-Sichtbare gehuldigt hatte. Nur hie und da blitzten Federn und Büffelumhänge der Akteure, die von alten Stehlampen flankiert wurden, hervor, welche wiederum von scharfen Laserpointern zerschnitten wurden.
Alles in allem war mit diesem psychedelisch-spährischen Spekatel der spät gekürte, aber würdige Headliner des Eröffnungsabends gefunden. Das soll aber keine Schmälerung auf die Darbietung von The Gossip sein. Um zu erfahren, warum Beth Ditto mit ihrer Band, die Live um einen Bassisten ergänzt wurde, in aller Munde ist, brauchte man sich beim Höhepunkt des Konzerts nur umzudrehen und in die Menge zu schauen. Ausgelassener Stadionrock, im positiven Sinne.
Die an das Open-Air-Konzert folgenden Clubauftritte waren anfangs stetig überfüllt, vor allem der Dom im Berg, aber man teilte sich gut auf die Locations auf und es gab Platz für alle auf der Tanzfläche, um mit einem internationalen Publikum aus Lateinprofessoren, Tierpflegern, Journalisten, Musikern und anderen Freaks zu tanzen.