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Die Eight Legs im Interview
Euer letztes Album „The Electric Kool-Aid Cuckoo Nest“ wurde erst vor ein paar Wochen veröffentlicht. Für die Studio-Aufnahmen wart ihr in Berlin und in einem eurer Blogs auf MySpace habt ihr betont, dass das Ganze in Ostberlin stattfand. Warum diese Betonung? Würdet ihr sagen, dass es noch einen gewissen Unterschied zwischen dem Osten und Westen der Stadt gibt?
Sam: Nun ja, das Studio war in Ostberlin. Es heißt „Studio East“ und war früher eine sowjetische Radiostation. Du glaubst nicht, was das für ein riesiges Gebäude ist mit so unglaublich vielen Studios. Es fühlte sich ziemlich grotesk an um ehrlich zu sein. Darüberhinaus haben wir für einen Monat in der „Schönhauser Allee“ (Ostberlin) gewohnt. Ich glaube, wir waren nicht mal in Westberlin, sondern immer nur in der einen Gegend. Wir waren eigentlich ziemlich faul…
Jack (Schlagzeug): Ich war im Zoo (Westberlin) und habe die Berliner Mauer gesehen! Meine Freundin hat mich in Berlin besucht und wir haben echt das ganze Touristenzeug gemacht. Der Zoo war einfach toll, so viel besser als der in London!
Ihr habt eine Weile in Berlin gewohnt. Mit welchen Erwartungen seid ihr dorthin gegangen?
Jack (Schlagzeug): Nunja, ein paar Mal waren ja schon dort. Für mich war Berlin immer eine atemberaubende Stadt, die niemals schläft. Und genau das ist sie auch. Ein echter Spaß!
Jack (Gitarre): Das einzige was ich wirklich bereue ist der Gang ins „Berghain“ (legendärer Technoclub). Ich wollte da wirklich hin, weil alle die ich kenne sagen, dass es der beste Club der Welt sei. Ich fand ihn schon ziemlich enttäuschend.
Wie habt ihr dort eure Zeit sonst noch verbracht? Ich las etwas von „wir lebten wie Sardinen“?
Jack (Schlagzeug): Wir haben in einem einzigen Zimmer gewohnt. Wir alle zusammen! Ich und Jack (Gitarre) haben uns ein winziges Bett geteilt, während Sam und Adam auf einem Teppich schliefen. Trotzdem war’s ein echter Spaß!
Jack (Gitarre): Wir waren ziemlich oft in der “8MM Bar”. Dort ist es wirklich preiswert und da hängen immer Leute ab die wir kennen, was ziemlich cool ist.
In Sachen Musik geht in Berlin momentan einiges. Bands wie „The Liars“ oder „I AM X“ sind kürzlich dort hingezogen. Darüberhinaus hat sich niemand geringeres als Anton Newcombe, der Kopf vom „Brian Jonestown Massacre“ in der deutschen Hauptstadt niedergelassen. Er hat euch seine Gitarren geborgt, nicht wahr? Wie kam es dazu?
Adam: Ja, er hatte ein paar Demos für sein neues Album im selben Studio aufgenommen und hat seine Vintage Vox Gitarren und eine Akustikgitarre dort gelassen. Anfangs haben wir sie einfach benutzt, weil sie solch unglaublich tolle Gitarren sind und wir uns die niemals leisten könnten. Er wusste nichts davon. Dann kam er mal ins Studio und werkelte an einem unserer Tracks herum. Er hat uns dann seine Gitarren für unsere Aufnahmen ausgeborgt, was wirklich nett von ihm war.
Jack (Gitarre): Einer der Soundtechniker hat uns mal ein paar Effekte auf der Akustikgitarre gezeigt, die er bei der Arbeit mit Anton gelernt hatte. Wir haben das wirklich früh am Morgen gemacht und er meinte ständig, wir sollten das Ganze fertig kriegen bevor Anton kommt, weil der sonst wohl wütend werden würde von wegen ‚geheime Griffe‘ verraten und so. Anton schien ziemlich vereinnahmend zu sein. Wenn er den Raum betrat hatte er sofort alles und jeden unter Kontrolle. Jeder hörte nur auf ihn. Aber naja, wir haben ihn nur dieses eine Mal getroffen.
Beim ersten Hören eures neuen Albums, welches mit eurer ersten Singleauskoppelung „I Understand“ beginnt, kann man vor allem diese speziellen Gitarrenriffs heraushören. Darüberhinaus sieht der Videoclip des Songs mit den vielen bunten Mustern sehr psychedelisch aus. Ich nehme an, dass die Musik der 70er einen großen Einfluss auf euer letztes Album hatte?