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Fast 14 Stunden
Reisen mit dem Auto: An die 14 Stunden sind für die knapp 1.300 Kilometer zwischen Wien und dem dänischen Århus veranschlagt, hier wird also ordentlich Sitzfleisch abverlangt. In Anbetracht der Wahl des Transportmittels (ein VW-Bus neueren Datums) sowie der Tatsache, dass man nicht selbst hinterm Steuer sitzen muss (fast zehn Jahre ohne Fahrpraxis sprechen doch eher dagegen), scheint allerdings alles nur halb so wild.
Wenig bekannte Namen
Seit Mitte der 90er findet in Århus alljährlich das Spot Festival statt, eine Veranstaltung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Musik aus Skandinavien zu präsentieren. Unter den 111 Künstlern aus Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland findet man erst mal wenig bekannte Namen: Die dänischen Disco - Helden Who Made Who kennt man, ebenso ihre Landsmänner Diefenbach, und von Oh No Ono oder den norwegischen Post - Rockern The Low Frequency in Stereo könnte man auch schon mal gehört haben.
Das Publikum ist zwar zum Großteil schlicht der guten Musik wegen hier, an die 1.000 Journalisten und Veranstalter aus aller Herren Länder sollen aber ebenso vom Wert nordeuropäischer Musik überzeugt werden, inklusive Seminaren und allem Pipapo. Während anderswo so etwas leicht zur trockenen Business-Messe verkommt oder aber alle paar Meter eine Alkoholleiche auf einen wartet, ist das Spot Festival wohl eines der angenehmsten seiner Art: Statt im Freien auf zweckentfremdetem Brachland finden die Konzerte drinnen statt, verteilt über sämtliche Spielstätten im Ortskern.
Die heißen dann Musikhuset, Ridehuset, Archauz Store Sal oder Voxhall und sind zum Teil fix bestuhlt, was einem die Musik dann noch näher bringt und einen fast intimen Rahmen schafft. Sofort fällt auf: Die Dänen lieben ihre Bands, und seien sie noch so klein, man muss sich mitunter eine Stunde lang anstellen, um noch einen Platz zu ergattern. Hierzulande wäre so ein Spektakel undenkbar, nicht zuletzt aus kulturpolitischen, aber wohl auch aus strukturellen Gründen. Dass das Bier hier doppelt so teuer ist wie in Mitteleuropa, ist ein Umstand, der sich dann gerade noch verschmerzen lässt.