|
|
||
|
|
|
WERBUNG Online-Games |
Sklave zum Rhythmus
Die Mix - CD, hört man die Menschen fragen, hat die nicht neben all den Tonträgern, die man dann doch noch ab und zu richtig in die Hand nehmen will und zu deren Habhaftwerdung man gar selbst vor Investitionen in barer Münze nicht zurückschreckt, hat neben denen, die Mix - CD nicht am allermeisten ihre Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit eingebüßt? Tagtäglich gilt es im Netz DJ - Mixes zu sichten, herunterzuladen und auf der nächsten Wohnungsfeier den Menschen ins Bier zu spielen. Morgen werden wir sie vergessen haben.
Hier an dieser Stelle hat die nach wie vor ungetrübte Liebe zu DJ - Mixes schon Tradition, und auch diesen Monat sägt ein Meister seines Fachs dem Kulturpessimismus den Boden unter den Füßen weg. Dixon, der House - zurück - in - die - Welt - Bringer, hat schon mit seinem Beitrag zur "Body Language" - Reihe von Get Physical gezeigt, wie man die Dramaturgie einer Nacht auf Tonträger bannt, und dieses Jahr gemeinsam mit seinen Kumpels Henrik Schwarz und Âme mit "Grandfather Paradox" das Format DJ - Mix fast schon als eigenständiges Artist - Album interpretiert – mit "Temporary Secretary" (Innervisions) hat er jetzt wieder einen lächerlich guten Mix zusammengeschnitten, der sich einmal mehr der Logik von brandheißen Hits, die, wenns hochkommt, drei - einhalb Tage lang kicken, verschließt. Dixon zerlegt und baut neu zusammen, verwebt und schiebt in langen Überblendungen ineinander: u. a. Tokyo Black Star, Fever Ray, Kiki, Cortney Tidwell und Peter Kruder. Namen sind Schall und Rauch, "Temporary Secretary" ist ein Bett, ich will schlafen.