|
|
| |
"Crackstation": PlayStation 3 als Passwortknacker
Der Mitarbeiter der Sicherheitsfirma Security-Assessment hat eine Sony PlayStation 3 (PS3) zum Entschl�sselungswerkzeug umgebaut. Er gibt an, dank deren Cell-Prozessor-Technologie deutlich schneller entsprechende Rechenaufgaben durchf�hren zu k�nnen als mit Rechnern auf Basis der Intel-Architektur.
Breese hat auf seiner Linux-betriebenen PS3 daran gearbeitet, diese f�r die Verarbeitung des sogenannten Message-Digest Algorithm 5 (MD5) zu optimieren. "Das ist definitiv mehr als nur eine Spielerei, denn viele Protokolle setzen MD5 ein", best�tigt Stefan Lucks, Professor f�r Mediensicherheit an der Bauhaus-Universit�t Weimar.
Als ein Beispiel nennt Lucks die APOP-Authentifizierung f�r Passw�rter des verbreiteten POP3-Protokolls f�r Mailserver. Auch Angriffe auf MD5 sind schon bekannt. "Was Breese da macht ist nichts grundlegend neues, nur schneller", h�lt Lucks fest. Er h�lt einen Geschwindigkeitsgewinn um ein Faktor von 25 bis 100 f�r realistisch.
Breese selbst gibt an, er sei auf der "Crackstation" mit 1,4 Mrd. MD5-Rechenoperationen pro Sekunde etwa 100 Mal schneller als mit Intel-basierten Rechnern. Der entscheidende Vorteil der PS3 beim Entschl�sselungsexperiment ist deren Cell-Prozessor. Er wurde in Kooperation von IBM, Sony und Toshiba entwickelt und verf�gt �ber mehrere Synergistic Processing Elements (SPEs), die gleichzeitig Berechnungen durchf�hren. Die SPEs des Cell-Prozessoren enthalten 128-Bit-Register.
Da MD5 32-Bit-Rechenoperationen nutzt, kann also bereits eine SPE vier Operationen gleichzeitig ausf�hren. Breese betont dabei, dass es beim Experiment prim�r um die mit SIMD (Single Instruction, Multiple Data) bezeichnete Methode und nicht um die PS3 gehe. Der Cell-Prozessor sei aber eben sehr gut f�r SIMD-Berechnungen geeignet.Versuche, mehrere PlayStation-3-Ger�te zu einem Supercomputer zu verbinden, sind f�r Breese zwar noch Theorie.
In der Praxis ist aber genau das beispielsweise an der University of Massachusetts schon gelungen. Die Kombination k�nnte, wie von Seiten von Security-Assessments zu h�ren ist, weitreichende Konsequenzen f�r die Zukunft vieler Verschl�sselungs-Algorithmen haben.