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Alter Ego: Stumpf und schlau
Der Kalauer mit dem �Fuckingham Palace� kommt gro�artig an � selbst oder gerade in England. Auch wenn im Londoner Techno-Club Fabric, in dem Alter Ego Mitte September eine ihrer ersten Shows mit neuem Material spielen, eigentlich noch niemand die wummernden Basslines von �Fuckingham Palace� geh�rt haben kann, gehen schon beim ersten Bum-Tschack kollektiv die F�uste in die Luft. Ausnahmezustand durch Rumpel-Rave: Die Situation im Fabric erinnert frappant an jene Momente, als vor �ber drei Jahren zum ersten Mal Alter Egos �Rocker� aus den Boxen rummste und dabei geschm�cklerische Distinktionen kreuz und quer �ber den Dancefloor jagte. Von da an war Techno � wieder mal � komplett anders. Aber der Reihe nach.
Roman Fl�gel und J�rn Elling Wuttke aus Frankfurt sind seit Anfang der 90er-Jahre als Produzenten aktiv. Ihre Labels Playhouse, Klang Elektronik und Ongaku verf�gen nach wie vor �ber gro�e Definitionsmacht, was die globalen Trends der Clubmusik betrifft, und mit ihrem Projekt Sensorama zauberten sie eine zerbrechliche Grazie aus der Schnittmenge von House und Folktronica hervor. Parallel dazu gerieten die Remixe, die sie als Alter Ego auf die Dancefloors loslie�en � unter anderem wurden The Human League, Cabaret Voltaire, Chicks on Speed und Primal Scream mittels Bassdrum-Gewitter und sonstigem Geschepper ordentlich in die Mangel genommen � immer kompromissloser, ja brachialer. Im Jahr 2004 gipfelte diese Klimax der Unerbittlichkeit in einem rotzig-rohen Techno-Entwurf, wie man ihn vorher noch nicht geh�rt hatte. Das Album �Transphormer� und speziell die Single mit dem vielsagenden Titel �Rocker� richteten einiges an heilsamer Verw�stung an. Danach bratzte und knarzte es auf jeden Fall gewaltig. Wann h�tte man auch vorher je von Techno mit Hooklines geh�rt, die von kompletten Gro�raumdiscos mitgegr�lt wurden � und das, obwohl es da eigentlich gar keinen Text zum Gr�len gab?
Die Nachwirkungen dieses Techno-Rock-Bebens sind nach wie vor zu sp�ren, meist direkt in der Magengrube und derzeit zum Beispiel in Verk�rperung von Justice und Digitalism, die so mancher Band die Festivalb�hne streitig machen. W�hrend bei den beiden genannten Duos aus Paris bzw. Hamburg die rotzige Attit�de allerdings weit �ber blo�e Sound�sthetik hinaus, bis hin zur Inszenierung als Rockstars geht, wissen Alter Ego damit wiederum kaum etwas anzufangen: �Die Auswirkungen von dem, was �Rocker� angeschoben hat, so eine Rockpose zum Beispiel, sind ja heute auf die Spitze getrieben�, stellt Roman Fl�gel kurz vor dem Auftritt in London fest. �Daran hatten wir eigentlich kein Interesse mehr. Unsere imagin�re Band haben wir also diesmal in der Garage gelassen und etwas anderes gemacht.� � �Oder die Band spielt jetzt eben Disco!�, erg�nzt J�rn Elling Wuttke.