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Full Metal Village
�Full Metal Village� handelt von einem der gr��ten Heavy-Metal-Festivals der Welt mitten in Schleswig-Holstein. Das Wacken-Open-Air, das sind j�hrlich gut 40.000 Besucher, 500 Toiletten und Tonnen von Schlamm. Obwohl es sich bei Wacken um eine Metal-Metropole von globalem Stellenwert handelt (die Festival-Website ist in 15 Sprachen abrufbar), ist und bleibt es f�r 353 Tage im Jahr doch eine eher durchschnittliche 1.800-Seelen-Gemeinde. Und eigentlich ist es das, was Regisseurin Sung-Hyung Cho hier einfangen will. Entstanden ist keine Dokumentation �ber langhaarige Kuttentr�ger mit �H.A.T.E.�-Tattoo auf den Fingerkn�cheln; es ist das Leben der Dorfbewohner und Bauern sowie ihre Sicht auf die Besucher in Schwarz, die hier im Mittelpunkt stehen.
So lernen wir etwa erst mal Bauer Trede kennen. Gesegnet mit protestantischer Arbeitsmoral und Gesch�ftst�chtigkeit hat er den lukrativen Aspekt des Festivals erkannt: �Immer dem Geld entgegenlaufen�. Das Wacken-Open-Air ist immerhin eine der wichtigsten Einnahmequellen f�r die Gemeinde. Weniger gut erging es Norbert, der 1990 zwar zu den Mitbegr�ndern des Festivals geh�rte, als mit dem ersten gro�en Act, den B�hsen Onkelz, aber auch das finanzielle Risiko wuchs, ist er ausgestiegen. Dass er mittlerweile arbeitslos ist, macht es f�r ihn nicht leichter mit der verpassten Chance umzugehen � eines von vielen Indizien im Film f�r die �konomischen Probleme am Land, die uns leider ab und an in etwas sozial-voyeuristischer Form dargeboten werden. Sp�testens, wenn nach dem Arbeitslosen mit latenter Ausl�nderfeindlichkeit und dem geldscheffelnden Landwirt auch noch die gottesf�rchtige Omi vor die Kamera ger�ckt wird, und von ihren Bedenken gegen�ber den vermeintlichen Okkultisten berichtet, die da jedes Jahr anreisen, darf man schon mal die Augen verdrehen.
Von diesen Unsch�rfen abgesehen, gelingt der geb�rtigen Koreanerin Sung-Hyung Cho eine ambitionierte Skizze dieses �friedlichen Aufeinanderprallens der Kulturen�. Besonders sch�n eingefangen wird dies, als die �rtliche Blasmusik am Hauptplatz vor Einheimischen aufspielt und sich zur Belustigung aller pl�tzlich eine fr�hliche Polon�se aus Headbangern bildet.
Schritt f�r Schritt entpuppt sich �Full Metal Village� schlie�lich als Film �ber das Eindringen des �Fremden� in ein l�ndliches Idyll. Bewusst, aber unaufdringlich positioniert Sung-Hyung Cho auch sich selbst immer wieder im Bildausschnitt und erinnert uns daran, dass es eine Nicht-ganz-so-Deutsche ist, mit der die Menschen in dieser Ortschaft ganz offen und ohne Vorbehalte �ber ihr Leben plaudern und dabei tief in ihre Seele blicken lassen. Ihre Botschaft scheint: Wenn 1.800 Dorfbewohner und 40.000 Metal-Fans ein gutes Miteinander finden, sollten auch 80 Millionen Deutsche einen Weg finden, mit dem vermeintlich Fremden und Anderen zurechtzukommen.
Regie : Sung-Hyung Cho
Verleih: Polyfilm
Start: 14. September