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Spiel dir eine bessere Welt
�Games For Change� (G4C) nennt sich das US-Netzwerk von Spiele-EntwicklerInnen, TheoretikerInnen, Artists, Nonprofit-Organisationen und VertreterInnen aus der Politik, das 2004 als Untergruppe der �Serious Games�-Initiative gegr�ndet wurde und das j�hrliche G4C-Festival in New York hostet. G4C zufolge sind Games � und GamerInnen � nunmehr �erwachsen geworden�, weshalb sich die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Fragen wie Rassismus, Armut, Umweltschutz auch hier verst�rkt niederschlagen sollte. Am deutlichsten wird das leitende Motiv von G4C � �using digital games for social change� � auf der Games-Expo, die aktuelle Spiele aus dem �educational gaming movement� vorstellt.
Auch die Wirtschaft hat die Serious Games f�r sich entdeckt, um das Image als �Unternehmen mit sozialem Gewissen� zu pflegen.
Mit dabei: �ICED! � I Can End Deportation�, entwickelt von den Medienkunst-Studentinnen Heidi Boisvert und Natalia Rodriguez f�r die New Yorker Menschenrechtsorganisation Breakthrough. Der Game-Titel ist ein Wortspiel mit der �Immigration and Customs Enforcement� (ICE), die als Polizei- und Zollbeh�rde dem US-Heimatschutzministerium unterstellt und u.a. f�r die Grenz�berwachung und die Bek�mpfung von Terrorismus zust�ndig ist. In diesem Online-Rollenspiel, das sich an High-School-Sch�lerInnen und College-StudentInnen richtet, navigieren die GamerInnen durch den Alltag migrantischer Teens mit unterschiedlichem Aufenthaltsstatus � vom illegalisierten Migranten aus Mexiko �ber die indische Green-Card-Holderin bis zum japanischen Studenten mit tempor�ren Visum.
Der Besuch von Englisch-Kursen und gemeinn�tzige Arbeit bringen Pluspunkte, w�hrend etwa das Umgehen der Ticketkontrolle in der U-Bahnstation und falsch beantwortete Fragen zu den US-amerikanischen Immigrationsgesetzen Punkteabzug bedeuten und das Risiko, von der Einwanderungsbeh�rde in Schubhaft genommen zu werden, erh�hen. Die Erfahrungen im Spiel basieren �brigens auf realen Geschichten von MigrantInnen. Mit dem Game (ab November) will Breakthrough auf die Einwanderungssituation in den USA aufmerksam machen, die 1996 mit dem �Illegal Immigration Reform and Immigrant Responsibility Act� entscheidend versch�rft wurde und auch Non-Citizens mit permanenter Aufenthaltserlaubnis bei geringf�gigen Vergehen mit Ausweisung bedroht.
Auch Spiele wie �La Migra� oder �Crosser� (beide von der Gruppe SWEAT) und �Points of Entry� (Persuasive Games) greifen die Thema Migration, quotierte Einwanderung und Illegalisierung auf; �Squeezed�, entwickelt von Studierenden der University of Denver, setzt sich mit den Arbeitsbedingungen von migrantischen ArbeiterInnen in der Landwirtschaft auseinander.
Wesentlich prominenter sind Spiele wie �PeaceMaker� von ImpactGames und �Darfur Is Dying�, die bereits im Vorjahr auf dem G4C-Festival pr�sentiert wurden. �PeaceMaker� � eines der wenigen kommerziellen Spiele im Feld der �Social Issue Games� � ist eine Simulation des israelisch-pal�stinensischen Konflikts, in der SpielerInnen in die Rolle des israelischen Premierministers oder des pal�stinensischen Pr�sidenten schl�pfen, mit dem Ziel Frieden herzustellen.
Im von Suzana Ruiz produzierten Game �Darfur Is Dying�, das mit Celebritys wie Kanye West oder Serj Tankian als Werbetr�ger aufwartet, wird die �u�erst prek�re Situation der 2,5 Mio. Fl�chtlinge aufgrund der Kriegssituation im Sudan dargestellt. Ein Gro�teil der �Social Issues�-Spiele verfolgt eine nicht ganz unproblematische �try walking in my shoes�-Philosophie. Indem etwa Armut und Krieg auf spielerische Weise �erfahrbar� gemacht werden, will man GamerInnen zu �sozialer Verantwortung� �berreden. Wer tats�chlich diese Games spielt, bleibt nat�rlich meist unklar.
Auch die Wirtschaft hat die Serious Games f�r sich entdeckt � einerseits als moderne Job-Training-Tools (so hat Persuasive Games f�r MitarbeiterInnen des Eiscreme- und Kuchenherstellers Cold Stone Creamery Spiele entwickelt), andererseits, um das Image als �Unternehmen mit sozialem Gewissen� zu pflegen. Aktuelle Beispiele sind etwa das Online-�Planet Green Game� von Starbucks und Global Green USA oder die �Xbox 360 Games For Change Challenge�. Letztere ist eine Kooperation zwischen Microsoft und G4C, in der in einem weltweiten Wettbewerb um das beste Spiel zum Thema globale Erw�rmung ein Preis von 25.000 Dollar ausgeschrieben wurde � in Form eines College-Stipendiums.
Als �Bonus� hat der/die GewinnerIn zudem u.a. Aussicht auf ein Praktikum bei Microsoft. Dass beim Wettbewerb die im Dezember 2006 gelaunchte Entwicklungsplattform �Micrsosoft XNA Game Studio Express� zum Einsatz kommt � und nur solche Spiele werden angenommen �, d�rfte sich dabei als �u�erst praktikabel erweisen.